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| Florida says,no shoes, no shirts, no service and you say, no tie, no make up, no art but I say, yes. |
Ausstellung von Koho Mori-Newton
// Eröffnung: 18. Mai 2007, 19h – mit DJ Hito
// Dauer: 19.–26.5.2007
// 26. Mai 2007, 20h: Performance von Koho Mori-Newton "Eight Days After"
Der in Deutschland lebende japanische Künstler Koho Mori-Newton zeigt neue Zeichnungen und Objekte in einer Rauminstallation. Zur Eröffnung spielt die japanische DJane Hito, bekannt im Duo mit DJ Hiro oder unter dem Namen Banzai Kids zusammen mit Kentastic (www.banzai-kids.com). Zur Finissage am 26. Mai führt Koho Mori-Newton die Performance "Eight Days After" auf. Dazu gibt es japanische Nudelsuppen von Cocolo.
Koho Mori-Newton hat in den letzten 20 Jahren eine antigestische Form der Zeichnung und Malerei entwickelt, die Expressivität und Ausdruck des künstlerischen Subjekts unterminiert und die Idee der Authentizität des Künstlers ruiniert. Durch vielfache Kopiertechniken, serielle Verfahren und schnelles Abzeichnen löst Koho-Mori-Newton die zeichnende Hand von Intention und Vorstellungskraft des Künstlers. Seine Verfahren zielen vielmehr darauf ab, eine unmittelbare Kopplung von Motorik und Sehen herzustellen, bei der die Hand flüchtigen Wahrnehmungen folgt, ohne Urteilsprozesse und ästhetische Überlegungen zwischenzuschalten. Durch repetitive Verfahren versucht er, subjektive Interpretationen im Mal- oder Zeichenprozess zu minimieren und quasi mit seinem Wahrnehmungsapparat zu verschmelzen. So fertigt er beispielsweise sekundenschnelle Zeichnungen wahlloser Gegenstände aus seinem Atelier, von banalen fotografischen Schnapschüssen oder zufällig angehaltenen Videobändern, benutzt Lichtpausen oder kopiert eine bereits vorhandene Zeichnung in einer fortlaufenden Sequenz von Bildern bis das Original langsam verschwindet. Oder er zeichnet sich selbst beim Malen mit einer Videokamera auf, um daraufhin seine eigenen Malgesten durch Beobachtung des abgespielten Videobands nachzuahmen und fügt so mit nahezu denselben Pinselbewegungen Schicht um Schicht identischer Striche auf die Leinwand.
Diese Verfahrensweisen setzt Koho Mori-Newton in seiner Malerei fort, bei der die materiellen Mittel der Malerei – Farbe, Bindemittel, Trägermaterial, Rahmen etc. – nicht auf die Erzeugung eines "Bildes" abzielen, sondern selbst auf instabile, vieldeutige Weise Bildwirkungen hervorrufen. Mori-Newtons Bilder sind Teils "Selbstprojektionen" des Bildrahmens ins Innere, auf die Fläche des Bildes – Abbildung des Rahmens im Gemälde. Teils sind sie unsaubere Schattierungen weißer Farbaufträge, kaum unterscheidbare Farbwerte, die eine verwirrende Vielheit von optischen Wahrnehmungen erzeugen.
Mit seinen Technik zerrüttet und ruiniert Koho Mori-Newton die Auffassung des Bildes als authentischem Ausdruck des malenden oder zeichnenden Subjekts und befragt auf radikale Weise die Definitionen von Zeichnung und Gemälde. Damit befindet er sich in Gesellschaft der radikalen Avantgarden, die Authentizität und Originalität des schaffenden Künstlers dekonstruierten. "Picabia, Duchamp, Warhol, Lichtenstein, Rauschenberg, Polke und Richter haben die mimetischen Wahrnehmungsmechanismen freigelegt. Dabei gingen diese Künstler von schon existierenden Bildern aus, arbeiteten mit Medienbildern, die sie durch Repetitionen, Verschiebungen, Überlagerungen und Rahmungen auf ihren eigenen Status und ihr eigenes Funktionieren hin befragten. Die Arbeiten von Koho Mori-Newton destruieren jedoch nicht Medien-Bilder, schon existierende Bilder, sondern sie zerlegen hinterrücks die Authentizität der künstlerischen Tätigkeit des Zeichners Koho Mori-Newton, die Ausdruckskraft der Spontanität und Produktivität seiner Hand. Koho Mori-Newton erweitert die Destruktion des Bildes um die Destruktion der zeichnenden Hand, der Autorschaft oder des Schöpfertums. Das naive Vertrauen einer expressiven oder informellen Tradition in die Authentizität und Ausdruckskraft der Linie als Spur der Hand wird durch eine malerische Analyse, die den destruktiven Analysen des Medienbildes eng verwandt ist, destruiert, ohne die Frage nach der Produktivität der Hand einfach auszuklammern." (aus Johannes Meinhardt, "Die Bildwerdung der Fläche", Ausstellungskatalog Koho Mori-Newton, 2000)
Biographie
1951 geboren in Katsuyama,Fukui,Japan 1972-74 Studium der Freien Kunst an der Wako-Universität Tokyo 1974-75 Studienreise in mediterranen Ländern und Afrika 1979-85 Studium der Freien Kunst an der Akademie der Bildenden Künste Stuttgart bei Prof. R. Schoofs, Prof. K. R. H. Sonderborg 1981 Leistungsstipendium der Kunstakademie Stuttgart Ausstellungen (Auswahl) 1992 Tiefgang,Schloßbunker Mannheim(Beteiligung) 1997 Juliettes Literatursalon,Berlin Museum im Ritterhaus,Offenburg Halle für Kunst e.V.,Lüneburg 1998 Projekt 14-1,Stuttgart 1999 Projekt 14-1,Stuttgart (mit Stephan Schessl ) Juliettes Literatursalon,Berlin 2000 Künstkerbund e.V.,Tübingen 2001 Joho Galierie,Tübingen 14-1 Galerie,Stuttgart Künstlerhaus Wiesbaden(mit Stephan Schessl) Inform Gallery , Kanazawa Japan 2002 Ashiya Gallery, Ashiya, Japan Stiftung für Konkrete Kunst, Reutlingen(Beteiligung) The Drawing Center,Viewing Program,NYC,USA 2003 DOM Cultural Center in Moskau 2. International Art Festival in Boljomi, Georgien Jazzfestival Archangelsk Jazzfestival, Russland 2004 Galerie G ,Freiburg 2005 Joachim Höltje Galerie, Tübingen
Performances (Auswahl)
1984 Just Music, Perugia, Italien
1991 Just Music,Jena
1992 Just Music,Kunstraum Filderstrasse,Stuttgart
1996 Duo mit Lauren Newton,Kunstraum Filderstrasse,Stuttgart
1999 Textspiele & Lesungen, de Sade – Justine u. Juliette, Berlin
2000 Just Music,Tübingen Trio mit Lauren Newton und Vladimir Tarasov Tübingen 2001 Duo mit Lauren Newton in D-Rüsselsheim 2003 Eliot Sharp Projekt in Tübingen
Kunst am Bau
2005 Haus Peter Zumthor, Schweiz
Hotel Therme in Vals, Schweiz
2006 Berufsakademie Villingen-Schwenningen
Lehrtätigkeit
1993 Seminar an der Akademie der Bildenden Künste München
1994 Seminar an der Wako-Universität, Klasse Prof. I. Hariyu, Tokyo
1995 Seminar an der Akademie der Bildenden Künste München, Klasse Prof. Zeniuk
2001 Barrier Island Group for the Arts, Florida, U.S.A.
2002 Seminer an der Kunstakademie Kanazawa, Japan
2006 Kalligraphie Workshop an der Technische Univ. Hamburg Harburg
Bühnenbild
- Opel Villen, Rüsselsheim
- Fachhochschule Frankfurt am Main
- Kantons Bibliothek in Aarau, CH
- 3. Bieler Fest der Poesie, Biel, CH
- 30. Jazz Festival in Willisau, CH
- Festival Rümlingen 2004, Rümlingen, CH
- Meierhold Theater, Moskau, Russland
- Rietberg Museum-Haus zum Kiel, Zürich, CH
Werke in öffentlichen Sammlungen
- Regierungspräsidium Tübingen
- Stadt Tübingen
- Stiftung für Konkrete Kunst Reutlingen
- Staatsgalerie Stuttgart, Graphische Sammlung
- Morat Institut, Freiburg
- Staatliche Graphische Sammlung München
- Staatliche Kunsthalle Karlsruhe, Kupferstichkabinett
Bibliographie
- Johannes Meinhardt, Just Music, Free Fun Spectacle, Kunstforum Bd. 96, 1988
- Johannes Meinhardt, Koho Mori, Ruinöse Strategien, ZYMA-ART TODAY, Nr.2, 1990
- Johannes Meinhardt, Ein weiteres Versuch der Destruktion von Authentizität, Texte zur Kunst Nr.5, 1992
- Johannes Meinhardt, Koho Mori – Tiefgang-Bildräume im Schloßbunker Mannheim, 1992
- Garry Hagberg, The Flash of Recognition, Ausstellungskat. Koho Mori-Newton, 2000
- Johannes Meinhardt, Die Bildwerdung der Fläche, Ausstellungskat. Koho Mori-Newton, 2000
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> May 18, 2007
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