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| Julia Kissina "Dialoge mit Klassikern" |
(english text below)
Ausstellung, Vortrag und spiritistische Sitzung
// Eröffnung: 22. März 2007, 20h – Julia Kissina spricht über Ihre Arbeiten (deutsch)
// Dauer: 23.–26.3.2007
// 26. März 2007, 21h "Klub der toten Künstler" – öffentliche spiritistische Sitzung N 5.
Das Performative und Performance.
Die Arbeiten von Julia Kissina sind ein Versuch der Übersetzung des Unbekannten ins Bekannte, des Unbewussten ins Bewusste, des Gewöhnlichen ins Ungewöhnliche, des Seriösen ins Unseriöse – und andersherum. Es ensteht eine visuelle und die performative Sprache, die eine spielerische Verbindung von abstrakten Ideen mit der Welt der Realität herstellt. Neben den Fotoarbeiten, welche sie „performative Fotografie nennt“, führt sie seit 2006 Aktionen unter dem Titel „Klub der toten Künstler“ durch. Der kunstwissenschaftlichen Werkanalyse und Biografie der Künstler setzt Julia Kissina einen ungewöhnlichen Kommunikationsweg entgegen. In öffentlichen spiritistischen Sitzungen werden berühmte Künstler angerufen und zum Sinne des Lebens und der Kunst befragt.
Julia Kissina
1966 geboren in Kiev, Russland. Studium an der Kunstakademie München, lebt in Berlin. Künstlerische Medien: Aktionen, Performative Fotografie, Video; Autorin.
> www.kunsthalle-zoo.de
>> English version <<
Exhibition, talk and séance
// Opening: March 22, 8 pm – Julia Kissina talks about her work (in german)
// Duration: march 23 – 26
// March 26, 9 pm "Club of dead artists" – Public séance N 5.
The performative and performance.
The works of Julia Kissina are an attempt to translate the unknown to the known, the unconscious to the conscious, the common to the uncommon, the seriousto the unserious – and vice versa. Outcomes a visual and performative language, establishing a playful connection of abstract ideas and the world of reality. Alongside foto works, named “performative fotografie”, since 2006 she performs actions that go by the title “dialogues with the classics”. Julia Kissina opposees the arthistorical monograph and biography of artists with a quite uncommon communication channel. In public seances famous artists are called and asked about the meaning of life and art.
>Julia Kissina
1966 born in Kiev, Russia. Sudies at art academy in Munich. Lives in Berlin. Artistic medias: Actions, performative fotografie, video; author
> www.kunsthalle-zoo.de
Beispiel – Dialoge mit Klassiker – Werkleitz Biennale – 9/2006
"Die Unsterblichkeit der Seele ist ganz und gar nicht mystisch. Viel mystischer erscheint mir die Vorstellung, dass nach dem Tod nichts mehr sein wird." (Marcel Duchamp)
Der Geist von Marcel Duchamp wurde gerufen. Das Publikum hat Fragen gestellt. Mittels einer Untertasse, die sich zu den aufgezeichneten Buchstaben bewegt hat, hat Marcel Duchamp unsere Fragen beantwortet. Das Geschehen wurde gefilmt und an die Wand projiziert.
Teilnehmer: Verena Kuni, Angelika Richter, Katrin Herold, Anke Hoffmann, Roger Cremers, Ralph Colmar, Stephanie Oeft-Geffarth
Protokol der Sitzung an der Werkleitz Biennale in der Stadt Halle im September 2006:
Publikum: Geist von Marcel Duchamp, komm zu uns. Publikum: Geist von Marcel Duchamp, bist Du da? MD: Ja. Publikum: Dürfen wir Dir Fragen stellen? MD: Ja. Publikum: Geist, kannst Du bitte eine Pause machen? Danke. Publikum: Ist das ethisch berechtigt, dass wir hier aus der Verbindung zur unsichtbaren Welt eine Kunstaktion machen? MD: undeutlich. Publikum: Mich interessiert, ob das Leben einen Sinn hat. MD: Nein Publikum: Gibt es Gott? MD: Nein. Publikum: Ist Schönheit wichtig? MD: Urinal. Publikum: Wird die moderne Kunst in dieser (uns bekannter) Form weiter existieren oder nach zwanzig Jahren gibt es sie nicht mehr ? (...nicht mehr geben) MD: undeutlich Publikum: Marcel Duchamp , was ist ein Happy Believer? Gibt es Lustige Gläubige? MD: Ja. Publikum: Marcel Duchamp, gibt es Wunder? MD: Ja. Publikum: Hat noch jemand Fragen? Publikum: Ich habe eine Frage, und zwar: Können die Geister Menschen beobachten? MD: Nein. Publikum: Interessiert die Geister, was die Menschen tun? MD: Nein. Publikum: Darf ich eine Frage stellen? Marcel Duchamp, kannst Du dich wieder inkarnieren? MD: Nein. Publikum: Ob das Böse bestraft wird? MD: Kaum. Publikum: Wird das Gute belohnt? MD: Nein. Publikum: Was ist das Geheimnis des Erfolges? MD: Ass (Arsch) Publikum: Was ist die Liebe? MD: undeutlich. Publikum: Gibt es Gott? MD: Nein. Publikum: Ob Du weiter Kunst machst? MD: Nein. Publikum: Gibt es Kunst nach dem Tod? MD: Nein. Publikum: Gibt es Liebe im Reich der Geister? MD: Nein. Publikum: Marcel Duchamp, ich habe vor einen neuen Film zu machen. Wird der erfolgreich? MD: Nein. Publikum: Bist Du noch da? MD: Ja. Publikum: Gibt es einen Sinn, diesen Film zu machen? MD: Nein. Publikum: Gibt es für Ralf einen Sinn, dieser Film zu machen? MD: Ich weiss nicht. Publikum: Frag, ob er die Zukunft sehen kann? MD: Ha-ha-ha Publikum: Gibt es eine nächste Werkleitz-Biennale? MD: Ja. Publikum: Gefällt Dir diese Biennale, die Erste Biennale, wo die Geister teilnehmen? MD: antwortet undeutlich Publikum: Marcel Duchamp, ist Schach besser als Kunst? MD: Ja. Publikum: Marcel Duchamp, gibt es eine Ewigkeit? MD: Nein. Publikum: Können Geister Musik höhren? MD: Ja Publikum: Werden die Werke in Museen digitalisiert und dann zerstört? MD: Nein. Publikum: Wird Brown der nächste Tony Blair? MD: undeutlich Publikum: Wird es dauerhaft Frieden in Israel geben? MD: Nein. Publikum: Wird man nach dem Tod bestraft? MD: Nein. Publikum: Was empfiehlst Du uns? MD: Go (gehen). Publikum : Marcel Duchamp, ist das für Dich wichtig, dass Du noch eine Rolle in der zeitgenössischen Kunst spielst? MD: gibt keine Antwort.
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> March 05, 2007
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